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Textmarke Ist Geiz wirklich geil?
Textmarke Das Märchen vom teuren, kleinen Fachgeschäft
Textmarke Teuer erkaufte günstige Preise
Textmarke Servicewüste Deutschland... hausgemacht

Ist Geiz wirklich geil?

Es ist unklug, zu viel zu bezahlen. Aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen!

Wenn Sie zu viel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld. Das ist alles! Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand (oder die Dienstleistung) die zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann.

Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten.

Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, was Sie eingehen, etwas hinzurechnen. Und wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas Besseres zu bezahlen.

John Ruskin, Sozialreformer in England, 1819 - 1900

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Das Märchen vom teuren, kleinen Fachgeschäft

Es war einmal...
ein kleines Fachgeschäft in einem Stadtteil einer großen Stadt. Lange Zeit kamen die Kunden in dieses Geschäft und freuten sich über die Möglichkeit, so nah vor der eigenen Haustür benötigte Waren einkaufen zu können. Das ging über viele Jahre so, bis die Stadtväter in etwa sechs Kilometer Entfernung einem großen Einkaufszentrum die Möglichkeit boten, sich dort niederlassen. Natürlich wurde dann viel Werbung gemacht und die Kunden strömten von weit her, um dort günstig einzukaufen. Fortan wurde es selbstverständlich und ein geflügeltes Wort: Am Samstag machen wir dort Großeinkauf.

Die meisten ehemaligen Kunden vergaßen das kleine Fachgeschäft vor Ihrer Haustür und fuhren jeden Samstag zu dem großen Einkaufszentrum. Weil Sie regelmäßig die Werbung bekamen, planten Sie Ihren Einkauf sehr genau und freuten sich, wie günstig sie doch jetzt dort einkaufen konnten. Und weil Sie überzeugt waren, dass Sie dort so günstig einkaufen können, leisteten Sie sich auch mal den einen oder anderen Artikel zusätzlich.

Obwohl das kleine Fachgeschäft immer noch existierte, kam niemand auf die Idee, mal die Preise zu vergleichen. Das nutzten die Betreiber des großen Einkaufzentrum natürlich aus, weil Sie gelernt hatten, was eine Mischkalkulation bedeutet. Locke die Kunden mit einigen besonders günstigen Angeboten des täglichen Bedarf ins Haus und nehme Ihnen dann richtig Geld ab, wenn Sie, weil Sie schon mal hier sind, etwas nehmen, was nicht in der Werbung steht.

Und wenn das kleine Fachgeschäft immer noch existiert, sollten Sie mal die gleiche Möglichkeit nutzen, die auch vom Statistischen Bundesamt zur Ermittlung der Teuerungsrate angewendet wird: Einen Warenkorb zusammenstellen und die Kosten dafür bei beiden Einkaufsmöglichkeiten ermitteln.

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Teuer erkaufte günstige Preise

Das der Staat Geld benötigt, um seine Aufgaben wahrzunehmen, ist unumstritten. Das diese benötigten Einnahmen als Steuern bezeichnet werden, ist jedem Bürger klar.

Was jedoch nicht jedem Bürger klar ist, scheint die Tatsache zu sein, dass weniger Steuereinnahmen durch Steuererhöhungen wettgemacht werden müssen. Ein aktuelles Beispiel steht uns mit der zum 1. Januar 2007 in Kraft tretenden Mehrwertssteuererhöhung von 16 auf 19 Prozent bevor.

Haben Verbraucher dies womöglich mit Ihrer "Geiz ist geil" Mentalität zum Teil selber mit heraufbeschworen?

Eine solche Frage ist nicht unberechtigt wenn man bedenkt, welche Möglichkeiten große Unternehmen haben, um Steuern zu sparen. Mindereinnahmen müssen aber gegenfinanziert werden. Und so darf man annehmen, dass so manches vermeintliche Schnäppchen später teuer bezahlt werden muss.

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Servicewüste Deutschland... hausgemacht

Immer wieder liest man von Untersuchungen, die Deutschland bescheinigen, eine Servicewüste zu sein. Was versteht der Verbraucher eigentlich unter Service? Welche Art von Service ist Ihm wichtig?

Was nutzt Ihnen der günstige Multimedia PC mit eingebautem 56 KB Modem vom Lebensmitteldiscounter, wenn Sie Zuhause über DSL verfügen? Wer kann Ihnen dort vor Ort die richtigen Antworten geben? Die Dame an der Kasse?

Sie haben sich auf eigene Gefahr für den Kauf entschlossen. Sie verwenden den Rechner als einzigen Rechner in Ihrer neu gegründeten kleinen Firma und nach einiger Zeit gibt es ein technisches Problem. Selbstverständlich haben Sie noch Garantie, aber was nutzt Ihnen diese, wenn Sie den Rechner einschicken müssen? Können Sie womöglich 14 Tage ohne den Rechner auskommen?

Sie benötigen für etwas, dass Ihnen besonders wichtig ist ein bestimmtes Ersatzteil. Ihr Gang führt Sie als erstes zum aus der Werbung bekanntesten, großen Fachgeschäft. Dort kann man Ihnen aber nicht weiterhelfen, da ausgerechnet dieser Hersteller nicht mehr gelistet ist und eine Bestellung somit nicht mehr möglich ist. Der gute Rat: Wenden Sie sich an den Hersteller direkt. Was aber tun, wenn dieser nicht in Deutschland sitzt?

Viele Verbraucher erinnern sich in einer solchen Notsituation dann gerne an den kleinen Laden um die Ecke. Sollte ihm da tatsächlich geholfen werden können, nimmt man dies dankend an. Holt sich aber das nächste Schnäppchen wieder im günstigen Einkaufzentrum mit der Gewissheit, bei Problemen gibts ja den Laden um die Ecke.

Sollte dieser aber inzwischen mangels Kundschaft seine Türen für immer geschlossen haben, hat sich die Servicewüste ein weiteres Stück ausgedehnt.

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